Auf dieser Seite möchte ich Ihnen Romane und Sachbücher vorstellen, von denen ich hoffe, dass Sie sich dafür interessieren. Die aktuellen Vorschläge finden Sie jeweils am Anfang.

Viel Vergnügen - denn Sie wissen ja:

Die Lust an der Literatur ist auch die Lust am Leben (Elke Heidenreich).


Dr. Stefan Woinoff
Überlisten Sie Ihr Beuteschema -Warum
immer mehr Frauen keinen Partner finden
und was sie dagegen tun können
Mosaik bei Goldmann
230 Seiten, Euro 14,95


Immer mehr erfolgreiche und attraktive Frauen finden einfach nicht den passenden Partner, mit dem sie ihr Leben teilen und auch eine Familie gründen können.

Dr. Stefan Woinoff deckt die Ursache dafür auf: das Beuteschema. Dieses archaische Verhaltensmuster lässt auch moderne, emanzipierte Frauen unbewusst nach dem überlegenen Ernährer und starken Beschützer Ausschau halten. Das Problem dabei: Je stärker sie selbst sind, desto weniger Männer stehen zur Auswahl. Vielleicht gibt es aber doch einen Ausweg aus diesem fatalen Partnerschaftsdilemma: Mit guten und einsichtigen Ratschlägen sowie praktischen Übungen regt Stefan Woinoff an, das eigene Beuteschema zu überdenken und sich auf das zu besinnen, was man wirklich von einem Partner und einer Partnerschaft erwartet. Denn zu ihrem persönlichen Glück benötigt die erfolgreiche Frau keinen reichen Ernährer mehr. Sie kann sich die Freiheit nehmen, ganz andere, spannendere oder exotischere Männer als Partner zu wählen....
 

Antje Ravic Strubel
Kältere Schichten der Luft
S. Fischer Verlag
189 Seiten, € 17.90

Heute ist die Rezension geklaut von Denis Scheck - ausnahmsweise, denn: schöner kann man nicht schwärmen...
 
"Einen betörenden, aber an keiner Stelle kitschigen Liebesroman möchte ich Ihnen vorstellen - schlicht die durchgeknallteste, aber auch faszinierendste Love Story, die ich seit langem gelesen habe. Schauplatz ist ein Sommercamp für junge deutsche Urlauber in Schweden, denen für kleine Münze die Begegnung mit der unberührten Natur versprochen wird.
 
Das Unberührte, Jungfräuliche, auch sexuell für alles Offene ist das Thema dieses Romans. Strubel erzählt darin von der Liebe zwischen zwei Frauen - und doch ist es streng genommen keine lesbische Liebesgeschichte. Genau das hat mit der erkenntnisstiftenden Lust zu tun, die dieses Buch bereitet.
 
Im schwedischen Sommercamp, das sich auf Kanufahrten für Jugendliche spezialisiert hat, lernt die Betreuerin Anja eine geheimnisvolle, elfenhafte Frau kennen. Dieses quecksilbrig-irrlichternde Wesen namens Siri verjüngt Anja, führt sie in einem magischen Redestrom zurück an die Schwelle zum Erwachsenwerden, ins Teenageralter, wo alle Türen offen stehen, inklusive der geschlechtlichen Option: aus Anja wird ein Junge namens Schmoll und Siris Geliebter.
 
Das ist eine Verwandlung, wie sie nur große Literatur glaubhaft zu schildern vermag. So aufregend anders wurde lange nicht mehr von der Liebe erzählt: cool, und doch romantisch, ein Buch, das lange in einem nachhallt, einfach weil es alles in Frage stellt, was man über Mann und Frau und die Liebe zu wissen glaubte.
 
Also vertrauen Sie mir, ich weiß, was ich tue, und lesen Sie Kältere Schichten der Luft von Antje Ravic Strubel."
 


Wolfgang Hantel-Quitmann
Liebesaffären - Zur Psychologie leidenschaftlicher Beziehungen
232 Seiten, € 19,90


In einem wirklich interessanten und gut zu lesenden Buch hat der Psychoanalytiker
Hantel-Quitmann versucht, die "Psychologie leidenschaftlich Verliebter" darzustellen (und das auf eher literarische als auf psychologische Weise).

Aus dem Inhalt (unter anderem): Liebessehnsucht - Liebesaffären zwischen Schicksal und Schuld - Die große Liebe - Liebesaffären und sexuelle Leidenschaften - Der Verführer - Die Liebesaffären der Frauen ...

Hantel-Quitmann entwickelt an Beispielen aus seiner paartherapeutischen Praxis, großen Werken der Weltliteratur und den Liebesaffären berühmter Paare eine Psychologie der Liebesaffären - für alle, sie sich aus literarischem, psychologischem, rein menschlichem oder gar privatem Interesse mit dem Thema beschäftigen - bevor die nächste Liebesaffäre als Ende aller Liebe, moralisch verwerflich oder schicksalhaft missdeutet werden könnte ...




Bernhard Ludwig
Anleitung zur sexuellen Unzufriedenheit
79 Seiten, € 14,95


Wie wird man sexuell unzufrieden? Indem man seine Erwartungen möglichst hoch schraubt - oder auch: Sexuelle Unzufriedenheit bemisst sich aus dem Verhältnis Erwartetes dividiert durch Erreichtes. Was die Männer so im Sexuellen erwarten und was sie erreichen, ist also ein Bruch, dessen Nenner gern größer als der Zähler ist. Was Frauen erwarten, ist schlicht: mehr. Mehr zum Geburtstag, mehr zu Weihnachten und mehr Abfindung bei der Scheidung, aber auch mehr in der Partnerwahl, als die Evolution für sie vorgesehen hat. Dumm gelaufen, Wie dumm genau, erfährt man gnadenlos im Kapitel "Das Drama der begabten Frau", die sich auf der Suche nach dem richtigen Partner mit einem Underdog beschieden hat und ihn fortan in einer Art zweiten Bildungsweg zum Gesamtkunstwerk, Alphamännchen oder Prinzen weiterbilden muss. Was ja leicht schief geht, denn die Chancen der postamourösen Fortbildung sind im wirklichen Leben gleich null ...

Basierend auf einem der erfolgreichsten Kabarettprogramme Europas ist dieser Comic das beste Geschenk für sexuell Unzufriedene, also für die meisten Menschen: alle Probleme lassen sich mit diesem Buch einfach weglachen!




Hauke Brost
Wie Männer ticken
Schwarzkopf & Schwarzkopf
250 Seiten, € 10,00


Hauke Brost, 56, Kolumnist, hat sich aufgemacht, den Mann zu ergründen. 135 Fragen von Frauen zum Thema "Mann" hat er gesammelt - und von Männern beantworten lassen.

Mit selbstironischem Blick enthüllt er die ganze Wahrheit über die männliche Spezies und gewährt interessante Einblicke in die Männerwelt: Warum hat er plötzlich weniger Lust auf Sex als früher? Wie oft sollte ich mit ihm schlafen? Warum vergessen Männer alles, was man ihnen erzählt? Gehört er im Job zu den Guten oder zu den Luschen? Was verschweigt er mir?

Hauke Brost offenbart uns in diesem Buch die männliche Charakter- und Gefühlswelt - eine unverzichtbare Lektüre, und nicht nur für Frauen ein absolutes Lesevergnügen: witzig, treffend, kurzweilig, aufklärerisch und erhellend!




Francois Lelord & Christophe André,
Die Kunst der Selbstachtung
Kiepenheuer, 320 Seiten, € 15,90


Hand aufs Herz - können Sie sich selber leiden? Mit all Ihren Schwächen? Lässt eine innere Stimme Sie immer wieder an Ihrem Können zweifeln - oder meinen Sie vielleicht, dass Ihnen keiner das Wasser reichen kann? Selbst Berühmtheiten wie Darwin oder Kafka litten unter erheblichen Selbstzweifeln. Von anderen akzeptiert zu werden und auch mal meutern zu können - das ersehnen sich Menschen mit geringem Selbstvertrauen. Andererseits kann ein stark ausgeprägtes Selbstbewußtsein zum Bumerang werden: man neigt beispielsweise dazu, Konkurrenzsituationen zu unterschätzen. Die Autoren geben eine Fülle von Ratschlägen, wie man es anstellt, sich mit genügend Selbstachtung gegen Angriffe von innen und außen zu wappnen. Anekdoten, eine Prise Theorie und ein leichtes Augenzwinkern helfen dabei, die richtige Balance zum Glücklichsein zu finden. Ein klares, intelligentes und pragmatisches Buch zu einem Thema, das viele angeht.

Über die Autoren:
Der Psychologe Francois Lelord, geb. 1953, schloss 1996 seine Praxis, um sich und seinen Lesern die wirklich großen Fragen des Lebens zu beantworten. "Hectors Reise oder Die Suche nach dem Glück" wurde ein internationaler Erfolg und stand wochenlang ganz oben auf der Bestsellerliste.
Christophe André, geb. 1956, studierte Medizin und Psychologie und arbeitete nach seiner Promotion als Psychologe. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher zu psychologischen Themen.




Eva-Maria Zurhorst, Liebe dich selbst
und es ist egal, wen du heiratest
Goldmann Arkana, 380 Seiten, € 17,00


Die Beziehung, die Sie gerade haben, ist die beste, die Sie kriegen können - machen Sie etwas daraus!

Wir haben uns heute so auf Konsum und Wegwerfen eingestellt, dass das Grundmuster der Ersetzbarkeit inzwischen auch unsere Partnerschaften prägt. Fast die Hälfte aller Ehen wird wieder geschieden, und zweimal oder öfter zu heiraten, ist heute nicht mehr ungewöhnlich. Der Wunsch, stets das Beste für sich zu wollen, wird meist begleitet von der Illusion, das Beste müsse auch mühelos zu bekommen sein: The easy way! Und wenn es die eine Partnerschaft nicht gebracht hat, dann vielleicht die nächste. Anhand zahlreicher Beispiele aus ihrer Praxis macht die Autorin deutlich, woran es hakt, wenn vom Anfangsglück einer Partnerschaft nicht mehr viel übrig bleibt außer Enttäuschung, Ärger und Frust.

Über die Autorin:
Eva-Maria Zurhorst war ursprünglich als Journalistin für Printmedien und Hörfunk tätig. Später wurde sie Kommunikationsberaterin und wechselte in die Wirtschaft. Nach einer Zusatzausbildung zur Psychotherapeutin arbeitet sie heute als Beziehungs- und Karrierecoach mit Unternehmern, Managern und Paaren. Eva-Maria Zurhorst lebt mit ihrer Tochter und ihrem Mann in Wuppertal.




Horst Janssen, "Ach, Liebste, flieg mir nicht weg" Briefe an Gesche,
herausgegeben von Gesche Tietjens
Rowohlt, 250 Seiten, € 22,95


"Allein bin ich gut. Zu zweit bin ich eine Katastrophe. Ich kann nicht allein sein."

1968 lernen sich Horst Janssen und Gesche Tietjens anlässlich einer Ausstellung in Hamburg kennen. Bald darauf sind sie ein Paar, und Janssen beginnt, ihr zu schreiben. Gesche war für ihn der erste Mensch, "der sozusagen immer einen winzigen Schritt zu dem Motiv vorausging", zu dem er "eigentlich" wollte. Seine in scheinbar schwerelosem Stil gehaltenen Briefe an sie werden hier erstmals veröffentlicht. Sie sind poetisch, verspielt, zärtlich, geistreich, exzentrisch, mitunter kauzig - und spiegeln somit Janssens Charakter. Gemeinsam mit den zahlreichen Zeichnungen und unbekannten Fotos geben sie das außergewöhnliche Bild einer außergewöhnlichen Beziehung.

Zur Herausgeberin:
Gesche Tietjens, am 3. April 1943 in Hamburg geboren. Aufgewachsen im ländlichen Teil von Blankenese. Kunstschule, Reisen (Paris, Florenz, Athen), zwei Jahre Gebrauchsgrafik in Berlin. Rund vier Jahre Fusion mit Janssen. Seit 1973 in "lieblicher Entfernung zu sich selbst" auf dem Lande lebend. Vielfältige künstlerische Projekte. Zwei Kinder, drei Enkel.



Peter Handke, Don Juan (erzählt von ihm selbst)
Suhrkamp, 160 Seiten, € 16,80


"Ein Blick, der glücklich macht." Iris Radisch, Die Zeit

"In diesem Buch des Übermuts entsteigt Don Juan quicklebendig dem Jungbrunnen der alten Epik." Lothar Müller, Süddeutsche Zeitung

"Schon auf den ersten Seiten ist man umfangen von jenem sicheren, knappen, traumverlorenen Ton, der uns vertraut ist aus Handkes besten Büchern." Ina Hartwig, Frankfurter Rundschau

"Das ist Handke-Land, wie es heute kein anderer Autor zu erfassen und zu schreiben vermag, ein Tableau, in den Motiven und Einzelheiten gelockert, moderne und bis zum Erschrecken genaue Romantik." Martin Meyer, Neue Zürcher Zeitung

Über den Autor:
Handke, Peter, * 6. 12. 1942 Griffen (Kärnten), Schriftsteller und Übersetzer, auch Filmautor und -regisseur. Brach das Jurastudium in Graz (1961-65) ab, als er erste literarische Erfolge ("Die Hornissen", 1966) erzielte. Nach wechselnden Wohnsitzen in Österreich, Deutschland, Frankreich und den USA (1978/79) lebte Handke 1979-88 in Salzburg, seither wieder in Frankreich und Salzburg.



Ralf Rothmann, Junges Licht
Suhrkamp, 240 Seiten, € 19,80


Eigentlich ist alles ganz einfach in diesem Buch. Eine schlichte Geschichte wird erzählt, penibel und naturalistisch. Die Menschen sprechen ein krudes Ruhrpott-Deutsch. Julian, der Junge im Mittelpunkt, noch zwölf, gefangen in der Langeweile ereignisloser Ferientage. Um plötzlich hineingezogen zu werden in die Welt der Älteren. Die ist brutal. Sie birst vor unterdrückten Aggressionen, unerfüllten Wünschen, ausgehungerter Sexualität. Da haben wir die Mutter, die im Unterrock die Küche regiert. Marusha, die Lolita, eine frühreife Versuchung. Mittendrin der Vater, anrührend in seiner Hilflosigkeit. Die Mischung der Charaktere erzeugt Spannung und den Sog von Schlingpflanzen: je mehr du dich darauf einlässt, umso geringer wird die Chance zu entkommen. Dabei ist es fast nebensächlich, dass es sich bei dem Roman Junges Licht um große Literatur handelt. Die, o Wunder, fliegt aber nicht elitär über die Köpfe hinweg, sondern erschließt sich jedem, der mit dem Herzen liest. Rothmanns Figuren sind keine Helden, stattdessen Nobodys, gefesselt in Sprachlosigkeit. Die ungestümen Gefühle, die sie umtreiben, führen zur Tragödie - es fehlt die Stärke, den fahrenden Zug anzuhalten. Das "junge Licht" wird nicht ausgeblasen, es flackert nur. Julian kommt zu der Erkenntnis: "Wenn du dich für die Freiheit entschieden hast, kann dir gar nichts passieren. Nie."

Über den Autor:
Ralf Rothmann, 1953 in Schleswig geboren, aufgewachsen im Ruhrgebiet, lebt seit 1976 in Berlin. Für Junges Licht erhielt er den mit
25 000 Euro dotierten Wilhelm-Raabe-Literaturpreis, eine von der Stadt Braunschweig gemeinsam mit DeutschlandRadio vergebene Auszeichnung.



Dr. Uwe Böschemeyer, Worauf es ankommt
Verlag Piper, € 22,90


Werte, die wichtig sind für ein glückliches Leben.

Immer mehr Menschen erfahren heute ein Leben ohne Werte und ohne Sinn. Dagegen hat der Psychotherapeut Uwe Böschemeyer, ein Schüler Viktor E. Frankls, das Konzept der "wertorientierten Persönlichkeitsbildung" entwickelt. Anhand aktueller Lebensthemen wie der Verantwortung der Eltern, dem Glück, dem Selbstvertrauen, der Lebensangst, dem Verlassensein oder dem Alter zeigt er, wie wichtig Werte für ein geglücktes Leben sind. Mit seinem Konzept arbeitet er seit Jahren erfolgreich. Durch sein Buch spricht er Menschen an, die sich in einer Sinnkrise befinden und dadurch Gefahr laufen, an Körper und Seele zu erkranken.

Über den Autor
Uwe Böschemeyer, geboren 1939 in Oranienburg, Theologe und Psychotherapeut. Ausbildung bei Viktor E. Frankl. Er leitet das "Hamburger Institut für Existenzanalyse und Logotherapie" und ist Professor an der Europäischen Psychotherapie Akadamie Wien. Autor zahlreicher Bücher. Bei Piper: "Das Leben meint uns".



Alain de Botton, Trost der Philosophie
Fischer TB, 320 Seiten, € 9,90


"Das Leben ist eine mißliche Sache, ich habe mir vorgesetzt, es damit hinzubringen, über dasselbe nachzudenken", beschloss Arthur Schopenhauer bereits in jungen Jahren. Alain de Bottons neues Buch versucht sich an der Frage: Kann das Nachdenken solch eingefleischter Pessimisten wie Schopenhauer Menschen Trost spenden, die sich in einer "misslichen" Lage befinden und an sich oder am Leben zweifeln?

Über den Autor
Alain de Botton versucht, anhand der Philosophie und Lebensgeschichte einiger bekannter Philosophen (Sokrates, Epikur u.a.) so etwas wie einen praktischen, tröstenden Zweck der Philosophie vor Augen zu führen, was er mit angenehmer Sprache und verständlichen Schlüssen tut.



Rainer Maria Rilke, Briefe an eine junge Frau
Insel Verlag, 110 Seiten, € 8,80


Die Briefe an eine junge Frau sind lange nicht so bekannt wie manch anderer Text des produktiven Dichters Rainer Maria Rilke, aber sie sind durchaus lesenswert und nicht nur für Leute, die sich mit Rilke beschäftigen (müssen), sondern auch zum Beispiel für unglücklich Verliebte oder solche, die eine etwas geschwungene, poetische Sprache auf der Zunge spüren wie eine gute Praline... Wer die "junge Frau" war, ist nicht mit Bestimmtheit zu sagen, aber darum geht es auch nicht. Die Briefe Rilkes sind in diesem Insel-Bändchen so herausgegeben, daß sie eine Art eigenständiges kleines Werk darstellen. Sie könnten auch fiktiv sein, die Briefe, zu denen man die Antwort nicht kennt. Die Dialogstruktur schimmert trotzdem durch die jeweiligen Antworten hindurch und läßt die Texte nicht wie ein halb mitgehörtes Gespräch wirken, sondern auf ihre Art vollständig. Der erste Brief macht klar: Die Frau hat Rilke unbekannterweise geschrieben, einfach, weil sie sich mit dem, was er für sie durch seine Werke verkörpert, verbunden fühlt und Kontakt sucht; und er erklärt sich bereit, dieses Vertrauen zu erwidern und aufzunehmen. Das ist der Anfang. Es folgen Betrachtungen über das Leben in Einsamkeit und über die Liebe, über die Beziehungen zwischen Männern und Frauen, die Folgen des Ersten Weltkrieges. Rilke verkörpert hier den Typus des einfühlenden, platonisch liebenden Helden, der sich um die Frau sorgt, die sich ihm anvertraute, der sie mit schönen und traurigen Worten umspielt und selbst einer der einsamsten Menschen auf der Welt ist.

Über den Autor
Rilke (1875-1926) , der Prager Beamtensohn, wurde nach einer erzwungenen Militärerziehung 1896 Student, zuerst in Prag, dann in München und Berlin, weniger studierend als dichtend. Die kurze Ehe mit der Bildhauerin Clara Westhoff in Worpswede löste er 1902 auf. Er bereiste darauf Italien, Skandinavien und Frankreich. In Paris schloß er Bekanntschaft mit Rodin und wurde dessen Privatsekretär. Bereits nach acht Monaten kam es zum Bruch. Es folgten unstete Jahre des Reisens mit Stationen in verschiedenen Städten Europas. Nach seinem Entschluß zur Berufslosigkeit und zu einem reinen Dichterdasein war Rilke zu jedem Verzicht bereit, wenn es dem Werk galt. Er opferte sein kurzes Leben seiner Kunst und gewann Unsterblichkeit.
Im Ersten Weltkrieg war er zur österreichischen Armee eingezogen, wurde aber seiner kränklichen Konstitution wegen in das Wiener Kriegsarchiv versetzt. Rilke starb nach langer Krankheit in Val Mont bei Montreux.



Jeffrey Eugenides, Middlesex
Rowohlt Verlag, 816 Seiten, € 24.90


Ähnlich wie bei Franzen geht es um Familienbande, Generationenkonflikte, um amerikanische Träume und Albträume. Außerdem ist Middlesex ein Roman über ethnische Identität und kulturelle Prägungen.
In einem griechischen Bergdorf am Hang des kleinasiatischen Olymp fing alles an. Ein junger Mann und eine junge Frau, die Geschwister Eleutherios und Desdemona Stephanides, fliehen vor den Türken nach Smyrna und, als die Stadt brennt, weiter nach Amerika. Es ist das Jahr 1922. Auf dem Schiff, weit weg von allem, erschaffen sie sich als einander Unbekannte neu: Sie heiraten, verbringen ihre erste gemeinsame Nacht in einem Rettungsboot.Nachdem die Familie sich im Detroit der Nachkriegszeit schlecht und recht durchgeschlagen hat, gerät sie ausgerechnet durch den "Krieg in meiner Heimatstadt" - die blutigen Rassenunruhen Ende der 1960er-Jahre - über Nacht auf die Sonnenseite.

Über den Autor
Jeffrey Eugenides wurde 1960 in Detroit / Michigan geboren und lebt heute mit Frau und Tochter in Berlin, wohin ihn Stipendien des DAAD und der American Academy gelockt haben. Sein Debütroman "The Virgin Suicides" (dt. "Die Selbstmord-Schwestern") erregte weltweit Aufsehen und wurde im Jahr 2000 von Sofia Coppola verfilmt. Wie Jonathan Franzen rechneten ihn Kritiker in der Zeitschrift The New Yorker unter die "Twenty Writers for the 21st Century" und in der Zeitschrift Granta unter die "Best Young American Novelists"



Margaret Mazzantini, Geh nicht fort
Frankfurter Verlagsanstalt, 318 Seiten, € 22.90


Margaret Mazzantini hat mit "Geh nicht fort" einen in Italien sehr erfolgreichen Roman geschrieben. Ein packendes Buch über die Intimität eines Mannes, die mitreißende Geschichte einer großen aufrichtigen, schicksalhaft verlaufenden verbotenen Liebe.
Als Angela, die 15jährige Tochter des erfolgreichen Chirurgen Timoteo, mit ihrem Motorroller einen Unfall erleidet und bewußtlos mit schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert wird, gerät Timoteos Welt ins Wanken. Während er unter Schock vor der Tür des Operationssaals wartet, in dem Kollegen um das Leben seiner Tochter kämpfen, überschlagen sich seine Gedanken. Timoteo geht mit sich ins Gericht, legt Rechenschaft ab, Rechenschaft über eine leidenschaftliche verbotene Liebe zu einer Frau, die nicht Angelas Mutter ist. Verzweifelt auf die erlösende Nachricht wartend, daß seine Tochter am Leben bleiben wird, entblößt er eine dunkle Seite seiner Seele, die Wahrheit über sich, die er bislang unterdrückt hatte. "Geh nicht fort" ist die überzeugende, einfühlsam geschriebene Geschichte einer großen geheimen Leidenschaft. Ein schonungslos offener, packender Roman über die tiefsten Gefühle, über die Intimität eines Mannes, über etwas, das dieser "Mann von Welt" unausgesprochen, ungedacht, ungelebt läßt. Margaret Mazzantini seziert die männliche Seele und trifft den Leser mitten "ins Herz".

Über den Autor
Margaret Mazzantini, 1961 in Dublin geboren, wuchs in Irland und in der Toskana auf. Ihre Karriere begann sie als Schauspielerin auf der Bühne: 1984 wurde sie in Italien als "Beste Schauspielerin des Jahres" ausgezeichnet. Als Schriftstellerin begeisterte sie vor allem mit ihrem sensationellen Debütroman "Die Zinkwanne" (FVA 1996). Margaret Mazzantini lebt heute in Rom. Sie ist mit dem bekannten italienischen Filmschauspieler und Regisseur Sergio Castellito verheiratet und hat drei Kinder.



Michel Faber, Das karmesinrote Blütenblatt
List Verlag, 1056 Seiten, € 24.90


Sie ist berühmt für die geheimnisvolle Kraft ihrer Erotik und zugleich den Gesetzen ihres Gewerbes unterworfen. Bis sie auf den Mann trifft, der ihr so sehr verfällt, dass er ihr fast zum Verhängnis wird. Das karmesinrote Blütenblatt erzählt die ungewöhnliche Geschichte von Fall und Aufstieg von Sugar, einer jungen Prostituierten, die letztlich zu einer ganz eigenen Art von Freiheit findet. Ein erotischer Roman, der meisterhaft mit den Mitteln der erzählerischen Verführung spielt.

London 1874. Das viktorianische Zeitalter steht in voller Blüte, als William Rackham, glückloser und zu Müßiggang neigender Erbe eines Parfümimperiums, auf Sugar trifft. Es ist eine Begegnung, die beider Leben ändern soll. Im Alter von nur 13 Jahren von ihrer Mutter zur Prostitution gezwungen, teilt Sugar das Schicksal der anderen Huren der Stadt. Und doch strahlt sie etwas aus, das sie über die anderen erhebt und ihr den Luxus erlaubt, mit nur einem Liebhaber am Tag ihr Auskommen zu finden. Auch William Rackham verfällt nicht nur ihren - wahrhaft meisterlichen - erotischen Künsten, sondern vor allem ihrer Fähigkeit, mit ihm über Literatur und die Empfindlichkeiten seiner Seele zu parlieren. Mit ihr wendet sich sein Schicksal, denn um sie erobern zu können, wird er schon bald zu einem der erfolgreichsten Unternehmer der Stadt. Und Sugar hat teil an seinem sozialen Aufstieg - bis sie erkennen muss, dass das bürgerliche Leben, in dessen Sog sie zunehmend gerät, ihr als Frau größere Fesseln anlegt, als sie es sich in ihrer früheren Existenz je hätte träumen lassen.Das karmesinrote Blütenblatt ist ein sinnlicher und zugleich höchst moderner Roman - vor allem aber eine unvergessliche Geschichte um die Hoffnungen und Täuschungen der Liebe.

Über den Autor
Michel Faber wurde 1959 in Holland geboren, zog im Alter von sieben Jahren mit seinen Eltern nach Australien und lebt heute mit seiner Frau Eva Youren und deren beiden Söhnen in einem umgebauten Bahnhof im schottischen Hochland. Er hat bislang einen Roman, zwei Novellen und einen Erzählungsband veröffentlicht, für die er von der literarischen Kritik gefeiert wurde. Mit Das karmesinrote Blütenblatt, das in den USA, Kanada und Australien zum Bestseller wurde, gelang ihm der literarische Durchbruch.



Monika Maron, Endmoränen
S. Fischer Verlag, 252 Seiten, € 19.90


Das Ende des Sommers, lange als Zumutung empfunden, erlebt Johanna seit einigen Jahren als Erleichterung. Die Hoffnung, mit der Zeitenwende das wirkliche Leben erst zu beginnen, ist dem Gefühl gewichen, nichts zu können, was die veränderte Welt braucht. Früher hat sie geheime Botschaften in ihren Vor- und Nachworten und in überliefernswerten Biografien versteckt, eine plötzlich überflüssige Fähigkeit, wie auch die weltabgewandte Charakterfestigkeit von Achim, ihrem Mann, eine überflüssige Tugend geworden ist. Auf dem Land, in einer nordöstlichen Endmoränenlandschaft, versucht sie, gleichsam in einem Panoramablick, ihre biografischen Standort zu bestimmen, rückblickend, vergleichend und ratlos, was die vor ihr liegende Zeit angeht.Johannas entschlossene und lebenskluge Freundin Elli benutzt das Wort Glück seit langem nur in seinen trivialen Zusammenhängen. Die erfolgreiche Malerin und Erbin eines Verwalterhauses Karoline Winter, vor jeder Flugreise in Todesangst, verzweifelt am Verfassen ihres Testaments, weil sie keine Erben hat. Christian, der alte Freund aus München, Lektor in einem Wissenschaftsverlag, erlebt den Sturz in die Bedeutungslosigkeit. Die Lebensentwürfe aller scheinen erschöpft, und die Zeit vor ihnen ist noch lang.



Hans Pleschinski, Bildnis eines Unsichtbaren
Carl Hanser Verlag, 270 Seiten, € 19.90


Ein Münchner Galerist und sein langjähriger Lebensgefährte erleben Jahre bewegter Liebe und künstlerischen Austauschs, Jahre der Trauer um die Sterbenden und Angst vor dem eigenen Tod. Der Roman zeichnet im Rückblick ein Bild der neuen Boheme am Ende des 20. Jahrhunderts - es ist zugleich ein zeitloses Buch über Glücksmomente und unbändige Lebensfreude.

Hans Pleschinski wurde einem breiten Publikum vor allem durch die Herausgabe und hervorragende Übersetzung der Briefe Madame de Pompadours bekannt.
Sein neues Buch "Bildnis eines Unsichtbaren" ist ganz anders. Es ist ein sehr persönlicher, autobiografischer Roman, in dem Pleschinski die Zeit der Freundschaft mit Volker Kinnius beschreibt. Über dreiundzwanzig Jahre lebten die beiden Männer in einer sehr engen Beziehung zusammen, die weit über das Sexuelle hinausging. Der Titel erweist sich als Wegweiser, Volker ist der heute Unsichtbare, denn er ist tot. Gestorben an den Folgen von Aids und einer Krebserkrankung. Pleschinski setzt mit der Beschreibung der Jahre, die sie zusammen verbracht haben, dem verstorbenen Freund ein wunderbares Denkmal, wortgewandt, sprachgewaltig und in einem überaus eleganten Stil.
Gleichzeitig entsteht so ein sehr farbiges Bild des Lebens als Boheme, denn Volker hat sich als Galerist nie gesellschaftlichen Erfordernissen angepasst. Beide Männer leben zu Beginn ihrer Freundschaft für die schönen Künste, Malerei, Musik, Theater, Literatur, das Schöne, das sind ihre Themen in lange, tagefüllenden Gesprächen. "Dann wieder wurde Sprache zur Unterfütterung der Welt, ihr wackeliges Gerüst, und die Malerei wieder zum Prisma, das Theater zum Spiegel der Regungen. Alle Künste im Wechselspiel, alle unersetzlich." Im Hintergrund entwirft Pleschinski ganz nebenbei auch eine sehr genaue politische und gesellschaftliche Geschichte Deutschlands vom Kriegsende bis zur Gegenwart. In das unbeschwerte Bohemeleben schlägt Aids wie eine Bombe ein. Viele Namen im Adressbuch sind in der Zwischenzeit gelöscht, die Krankheit hat erbarmungslos gewütet. Die Liebe zwischen Volker und Hans ist schwierig, Hans geht immer wieder wechselnde Beziehungen zu Frauen und Männern ein. "Meinen Fang mußte ich, nach sehr langem Zögern Volker vorführen. Ich wünschte, daß sich mein Lebensgefährte und mein Geliebter verstünden, einander und vor allem mich von beiden Seiten bereicherten." Eifersucht? Sie ist, auch wenn sie intellektuell bekämpft wird, unterschwellig immer vorhanden.



Sandor Marai, Wandlungen einer Ehe
Piper Verlag, 460 Seiten, € 19.90


Lüge und Leidenschaft, Sehnsucht und Vergänglichkeit - das neue Meisterwerk von Sandor Marai. "Für den Abend des Galadiners wählte ich eine reinseidene weiße Robe, legte die Blaufuchsstola um, steckte mir das Veilchensträußchen mit dem lila Band in den Ausschnitt – dem gleichen Band, wie ich es kürzlich in der Brieftasche meines Mannes gefunden hatte. Ich war so schön an jenem Abend, daß selbst er, mein Mann, es bemerkte, als er zufällig meinen Blick im Spiegel streifte. Lazar, der Schriftsteller geleitete mich in den festlich erleuchteten Wintergarten und sprach mich auf meine außergewöhnliche Ausstrahlung an: Sind Sie verliebt? Ja, antwortete ich. In meinen Mann. Und ich habe mir vorgenommen, ihn heute abend zurückzuerobern". Am Vorabend zum zweiten Weltkrieg stellen sich drei Menschen unterschiedlicher gesellschaftlicher Herkunft dieselben Fragen nach der Existenz echter Gefühle, nach emotionaler Nähe und kultureller Verwurzelung. Zugleich ist dieser Roman ein Abgesang auf die großbürgerliche mitteleuropäische Welt.



Michael Lukas Moeller, Wie die Liebe anfängt
Rowohlt Verlag, 219 Seiten, € 19.90


Die allerersten Minuten einer Liebe sind ein magischer Moment - was dabei im Einzelnen abläuft, welche Folgen und Hintergründe diese ersten Augenblicke einer Beziehung haben, erklärt anschaulich und mit vielen Beispielen dieses Buch.

In Sekunden unbewußter Kommunikation geschieht, was das Bewusstsein manchmal erst viel später erfasst: die Liebe auf den ersten Blick. Das ist schon Wunder genug. Denn wenn es zwischen zwei Menschen funkt, haben sich zwei Lebensgeschichten mit allen Grundeinstellungen und geheimen Empfindungen blitzartig für einen möglichen gemeinsamen Weg abgestimmt und völlig neu kombiniert. Noch bedeutender wird dieser magische Moment der ersten Minuten einer Verliebtheit, wenn eine Liebe und feste Beziehung entsteht. Denn dieser Akt der Begegnung ist es, der so gut wie alles entstehen lässt. Es bildet sich eine Lebenslange Beziehungsstruktur für das Paar, die über Glück und Unglück, über den Sinn des eigenen Lebens, über Kreativität oder Verschleiß, Gesundheit und Erkrankung entscheidet. Dieses Buch will helfen, einen persönlichen Zugang zum eigenen seelischen Werden und zu verborgenen Seiten der Paarbeziehung zu gewinnen.



Wolfgang Schömel: Die Schnecke
Verlag Klett-Cotta, 204 Seiten, € 17.00


Überwiegend neurotische Geschichten. Versuche einsamer Männer auf der Suche nach dem Glück zu zweit. Online- Redakteure, Architekten oder arbeitslose Philosophen sind die Helden dieser Geschichten. Gemeinsam haben sie, daß sie als Singles leben und nicht recht wissen, ob sie sich unglücklich fühlen oder nicht. Der Jagd nach dem Weibe gilt ihr ganzes Sinnen und Trachten.
Amüsant und mit lakonisch genauer Beobachtung seiner Zeitgenossen, beschreibt Wolfgang Schömel die verzweifelten Versuche einsamer Männer auf der Suche nach dem Glück zu zweit. Wer die Männer verstehen will, wird es lieben, wer nicht, auch.



Jürg Willi: Psychologie der Liebe
Verlag Klett-Cotta, 308 Seiten, € 19.00


Nichts stimmuliert die persönliche Entwicklung stärker als eine konstruktive Liebesbeziehung. Nichts schränkt die persönliche Entwicklung stärker ein und nichts verunsichert sie stärker als eine destruktive Liebesbeziehung. Der Mensch benötigt andere Menschen , allen voran den Liebespartner zur Entfaltung seines persönlichen Potentials.
Man darf heute wieder zugeben, daß man einen anderen Menschen braucht und daß man gebraucht werden will. Es gibt eine neue Sehnsucht nach Bindung, nach Nähe und Zärtlichkeit, nach stabiler Zweisamkeit. Alleinsein wird nur als Übergangsform akzeptiert, nicht aber als Lebensform. Ehe und Familie gelten wieder als ein Hort der Geborgenheit: dauerhafte Zweisamkeit als ein begehrtes Luxusgut.



Haruki Murakami, Gefährliche Geliebte
DuMont Verlag; 230 Seiten, € 19,80


Gefährliche Geliebte" ist die Geschichte eines Einzelgängers, der zerrissen ist zwischen dem Versuch, die normierte japanische Biografie nachzuleben, und seinem Wunsch nach individuellem Glück: Der Roman beginnt damit, dass Hajime sich als Zwölfjähriger mit seiner Schulkameradin Shimamoto anfreundet, weil beide Einzelkinder in einer Zwei-Kind-Gesellschaft sind. Sie hören die Schallplatten von Shimamotos Vater, eine Ouvertüre von Rossini, ein Klavierkonzert von Liszt, Weihnachtslieder von Bing Crosby. Und Nat King Coles "South of the Border, West of the Sun", was auch der Originaltitel des Romans ist.

Als Shimamoto auf eine andere Schule wechselt, versandet die Freundschaft. Hajime findet jedoch seine erste Freundin wieder und betrügt sie ausgerechnet mit deren Cousine. Diese Schuld trägt er durch die Jahre. Erst als er eine andere Frau kennen lernt, heiratet und Vater zweier Töchter wird, als er seinen tristen Job in einem Schulbuchverlag aufgibt und mit finanzieller Hilfe seines Schwiegervaters einen Jazzclub aufmacht, fällt diese Schwere von ihm ab. Jetzt lebt er so, wie alle es von ihm erwartet haben: geordnet und erfolgreich.

Bis eines Abends Shimamoto an der Bar sitzt und ihn tief in ihr inneres, unerklärtes Drama hineinzieht und herauszerrt aus der perfekt scheinenden Welt, die Hajime dem Vorbild der japanischen Zwei-Kind-Musterfamilie nachkonstruiert hat. Am Ende kehrt Hajime zurück in seine Ehe. Aber er wird für immer ein Fremder in seinem eigenen Leben sein. [Michael Bruns]



Karin Hertzer; Christine Wolfrum
Lexikon der Irrtümer über Männer und Frauen
Eichborn Verlag: 439 Seiten, € 22.50


Vorurteile, Missverständnisse und Halbwahrheiten von Autofahren bis Zuhören

Sind Frauen wirklich die besseren Menschen und Männer das starke Geschlecht?
Zu kaum einem Bereich des Lebens gibt es so viele Meinungen wie zum Thema Männer & Frauen. Und bei kaum einem anderen Bereich liegen wir so oft daneben. Vom Autofahren über Sex und Beziehungen bis hin zu Beruf und Gesundheit: Die Autorinnen Karin Hertzer und Christine Wolfrum konfrontieren die hartnäckigsten Vorurteile, Missverständnisse und Halbwahrheiten über geschlechtsspezifische Verhaltensweisen mit provozierenden und überraschenden Fakten aus Statistik, Verhaltensforschung und Wissenschaft. [Michael Bruns]



Alice Ferney, Liebende
DuMont Verlag; 302 Seiten, € 22.80


Es ist das Spiel der Verführung, das Pauline und Gilles miteinander spielen - es ist das maskenreiche Gespräch zwischen Mann und Frau, eine intime "conversation amoureuse", die Alice Ferney beschreibt: so sinnlich, so zart in der Sprache, so hautnah am Leben, wie nur eine Frau sie schreiben kann.
Pauline Arnoult ist eine junge, glücklich verheiratete Frau, die zum zweiten mal schwanger ist; Gilles Andre ist Mitte vierzig, steht kurz vor der Scheidung und flüchtet sich in zahlreiche Affären. Die erotische Kraft der Worte schlägt die beiden zunehmend in ihren Bann. Andere Paare treffen sich zur selben Zeit an anderem Ort, Freunde treffen sich zu einer Soiree. Magische Facetten eines alten Themas: "Ist man jemals sicher zu lieben?" [Michael Bruns]



Ingelore Ebberfeld, Küss mich
Ulrike Helmer Verlag; 251 Seiten, € 20.00


Eine unterhaltsame Geschichte der wollüstigen Küsse.

Wie es Menschen anderer Kulturen mit der Kusslust halten, wie in früheren Zeiten geküsst wurde, wen und wohin Frauen und Männer am liebsten küssen - Ingelore Ebberfeld kommentiert es augenzwinkernd und kenntnisreich. Und beantwortet gar die genial einfache und schwierige Frage, weshalb wir es überhaupt tun ... [Michael Bruns]



Annegret Braun, Ehe- und Partnerschaftsvorstellungen von 1948-1996
Waxmann Verlag; 173 Seiten, € 19,50


Eine kulturwissenschaftliche Analyse anhand von Heiratsinseraten.

Welche Erwartungen haben Frauen und Männer an eine Partnerschaft? Von welchen gesellschaftlichen Wertvorstellungen sind diese geprägt? Wie haben sich diese Werte seit dem Zweiten Weltkrieg verändert? Und wie ist das widersprüchlich erscheinende Phänomen zu erklären, dass in unserer heutigen Zeit des romantischen Liebesideals immer mehr Menschen auf eine Kontaktanzeige zurückgreifen?

Von diesen Fragen ausgehend, analysiert die Autorin Heiratsinserate aus den Jahren 1948 bis 1996 und setzt die Inhalte in ihren historischen Kontext, der Entwicklung von der Vernunftheirat zur Liebesheirat, die sich über das 19. und 20. Jahrhundert erstreckte. Der Schwerpunkt dieser empirischen Untersuchung liegt dabei auf dem Wandel des Geschlechterverhältnisses.



Der Placebo- Effekt, Selbstheilungskräfte unseres Körpers Howard Brody & Daralyn Brody
dtv Verlag, € 9,50


Gesund aus eigener Kraft.

Dieses Buch eröffnet ein radikal neues Verständnis für den machtvollen Einfluss des Geistes auf die Gesundheit. Es nimmt uns mit auf eine Reise in das psychisch- biologische Wunderwerk unseres Körpers und stellt die grundsätzlichen Faktoren vor, die für den positiven Verlauf einer Selbstheilung verantwortlich sind. Darauf basierend präsentiert es wirksame Methoden, um selbst bewussst einen Placebo- Effekt herbeizuführen und aktiv auf die eigene Gesundheit einzuwirken.



Mittendrin und nicht dabei,
Mit Depressionen leben lernen,
Ruedi Josuran, Verena Hoehne, Daniel Hell
Econ Verlag, € 8,95

Beide sind erfolgreich und stehen im öffentlichen Leben. Doch der Radiomoderator Ruedi Josuran und die Filmemacherin und Sprecherin Verena Hoehne leiden unter Depressionen. Der Briefwechsel zwischen den beiden, zeigt einfühlsam, wie Depressive empfinden. Und er macht deutlich, wie Angehörige und Freunde den Betroffenen zur Seite stehen können. Ein medizinischer Kommentar erläutert zudem therapeutische Möglichkeiten.



Julian Barnes, Liebe usw.
Kiepenheuer & Witsch Verlag, € 19,90


"Die Ketten der Ehe sind so schwer, dass man sie bisweilen nur zu dritt tragen kann."
Eine Dreiecksgeschichte. Zwei Männer und eine Frau. Oliver und Stuart und Gillian. Mit Stuart war sie, mit Oliver ist Gillian verheiratet, und die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Mit erzählerischer Raffinesse entwickelt Julian Barnes in seinem neuen Roman ein komplexes Szenario von Liebe usw.



Anna Gavalda, Ich wünsche mir, daß irgendwo jemand auf mich wartet
Hanser Verlag, € 14,90


Anna Gavalda ist nichts Menschliches fremd, am wenigsten die Liebe. Sie beherscht das komische wie das ernste Register und trifft dabei stets den richtigen Ton. Ihre Chronik des modernen Alltags ist erheiternd und erbarmungslos zugleich: unser Leben auf den Punkt gebracht.




Thommie Bayer, Das Aquarium
Eichborn Verlag, € 19.90


June ist jung, schön und gelähmt. Seit dem Tag, an dem sie in die gläserne Wohnung gegenüber einzog, ist Barry elektrisiert und schaut ihr fasziniert beim Leben zu. Er wünscht sich, ihr beizustehen, aber als sie ihn tatsächlich braucht, versagt er.